Menschen können ohne Symbole nicht leben, denn diese Bilder ordnen unser tägliches Leben. Ich freue mich, mit diesen Worten Ihnen einen weiteren Holzschnitt der Edition „Genesis“ vorstellen zu können.
Genesis VI
Die Frage nach dem menschlichen Leben oder was das Leben versinnbildlicht beantwortet uns ein Fest, das als Fest der Feste gefeiert wird. „Christi Geburt“.
Es ist eine stimmungsvolle Heiligung des Lebens mit dem Blick auf die Krippe und den leuchtenden „Stern von Bethlehem“.
Bei den vielen Versuchen, die Geburtsstunde und damit den Beginn der neuen Zeitrechnung festzulegen, hat dieser „Stern von Bethlehem“ immer eine zentrale Rolle gespielt. Manche Wissenschaftler glaubten an einen Kometen, andere an eine Supernova, doch in der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ 12/2000 berichtet der amerikanische Physiker Michael Molnar von einer neuen Hypothese. Er studierte das dafür grundlegende Werk „Tetrabiblos“ des griechischen Astronomen Ptolemäus .
Hier wurde beschrieben, welche Konstellationen für die Geburt eines Königs günstig sind. Danach ist Jupiter als König der Planeten stets ein gutes Zeichen. Kommt noch Saturn hinzu, werden edle und gute Menschen geboren, die in Verbindung mit Mars zudem kräftig und streitbar werden. Merkur steht für fromme und philosophische Naturen, Venus für solche, die Gott lieben. Treten auch noch Sonne und Mond hinzu, werden laut Ptolemäus „die, welche erzeugt werden, Könige sein“.
Das Zusammentreffen dieser Planeten ist äußerst selten. Ereignet es sich gleichzeitig im Widder, dem heiligen Sternbild Judäas, ist dies ein untrügliches Zeichen für die Geburt des neuen Königs der Juden, wie es im Alten Testament prophezeit worden war.
Diese Konstellation wurde neu berechnet und fand demzufolge am 17. April im Jahre 6 vor Christus um 8.26 Uhr statt. Merkur, Mars, Jupiter, Saturn und Venus standen scheinbar in einer Reihe, die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zog vor Jupiter im Sternbild Widder vorüber. Wegen der hellen Sonne war das Schauspiel nicht einmal zu beobachten, doch ist für Astrologen die Sichtbarkeit einer Sternenkonstellation unerheblich für die Wirkung eines Horoskops.
Die drei gelehrten Sterndeuter folgten somit nicht einem wirklich am Himmel stehenden Stern, sondern einem Horoskop, das wegen der Planetenkonstellation im Sternbild Widder nach Judäa deutete. Für Molnar erklärt das auch, warum sie nicht direkt nach Bethlehem reisten, sondern zunächst in die judäische Hauptstadt Jerusalem, um sich bei König Herodes nach dem genauen Geburtsort zu erkundigen. Der wiederum wusste nichts von einem Messias, weil er die griechische Sterndeuterkunst nicht kannte. Bethlehem, so heißt es in dem Bericht der Zeitschrift, könne dann das nächste Ziel gewesen sein, denn von dort stammte die Familie König Davids, aus dessen Ahnenlinie der Messias entstammen werde.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Betrachtung und Interpretation des Symbols „Stern“.
Ihr Olaf Hoppe
Dieses Werk können Sie bei uns unter der Rubrik Galerie / Holzschnitte finden.